Zucht
Kleiner Bestand, grosse Verantwortung.
Bei einer so seltenen Rasse wie den Kune Kune ist jeder Nachwuchs relevant für die Zucht und den Fortbestand der Rasse. Es geht nicht nur um die eigenen Tiere, sondern um den gesamten Bestand, den alle Halter gemeinsam bilden.
Die Lage in der Schweiz
Wenige Tiere, wenige Halter.
In der Schweiz leben nur wenige Kune Kune, und die Rasse hat generell eine schmale genetische Basis. Das hat Folgen für jede einzelne Verpaarung: Wo die Auswahl klein ist, sind zwei zufällig gewählte Tiere schnell näher miteinander verwandt, als man denkt. Aktuell gibt es beispielsweise für einige Sauen-Ferkel in der Schweiz nur einen einzigen Eber, der zur Deckung in Frage kommt, ohne dass die Paarung zu Inzucht führt. Daher sollten nur Tiere Nachwuchs bekommen, die offiziell als Zuchttiere im Herdbuch registriert sind, und auch die Ferkel sollten immer vollständig und korrekt angemeldet werden.
Die European Kune Kune Pig Society (EKKPS) führt das Herdbuch für Kune Kune in Europa, mit Ausnahme von Grossbritannien und den Niederlanden. Dort sind alle registrierten Tiere mit ihrer Abstammung erfasst. Vor einer Verpaarung lässt sich im Herdbuch der Inzuchtkoeffizient berechnen, der COI. Er sagt, wie eng zwei Tiere miteinander verwandt sind.
Gesundheit
Nur die besten Tiere zur Zucht verwenden.
Die Kune-Kune-Zucht ist jung; sie hat mit achtzehn Tieren angefangen. In der Anfangsphase musste fast jedes Tier zur Zucht behalten werden, um den Fortbestand der Rasse zu sichern. In der Schweiz kämpfen wir mit den hohen Import-Hindernissen noch heute darum, genügend nicht verwandte Tiere für die Zucht zur Verfügung zu haben.
Dieser Ursprung in der Erhaltungszucht führte dazu, dass Kune Kune teils körperliche Schwächen haben, welche nun durch gezielte Zucht eliminiert werden müssen. Hierfür müssen die Zuchttiere sorgfältig ausgewählt werden, und nur die besten sollten Nachwuchs bekommen und somit die künftige Generation der Kune-Kune-Rasse prägen.
Zucht-Codex
Unser gemeinsames Engagement für die Rasse.
Der Schweizer Zucht-Codex ist eine gemeinsame Selbstverpflichtung der Schweizer Kune-Kune-Züchter. Er regelt die Voraussetzungen der Elterntiere, den höchstzulässigen COI, die Meldefristen, die Abgabe unkastrierter Eber-Ferkel, Fremddeckungen und den Richtpreis für Ferkel. Wir halten uns daran.
Wenn du Kune Kune Nachwuchs möchtest.
Aus den oben genannten Gründen die dringende Bitte an alle, die Kune Kune Nachwuchs möchten: Informiert euch umfassend über die Zucht und ihre Voraussetzungen und haltet euch an den Schweizer Zucht-Codex. Auch bei einem einmaligen Wurf, auch wenn nur ein Tier überlebt, auch wenn die Sau von einem fremden Eber gedeckt wurde. Und auch wenn es einiges an Arbeit bedeutet. Wenn ihr Fragen dazu habt oder wir euch unterstützen können, machen wir das sehr gerne!
Die ersten beiden wichtigsten Schritte sind folgende:
- Mitglied der EKKPS werdenÜber das Formular auf deren Website. Damit bekommst du Zugang zum Mitgliederbereich mit allen nötigen Formularen, ein Starterset und den Zugang zum Herdbuch, in dem sich der COI einer geplanten Paarung berechnen lässt.
- Bei der Schweizer Beauftragten meldenMit «Schweiz» im Betreff. Du wirst in die WhatsApp-Gruppe der Schweizer Züchter aufgenommen und zum Schweizer Zucht-Codex instruiert. Auch geeignete Zuchttiere oder einen geeigneten Deck-Eber kann man dort suchen.
