Kune Kune Hof Lindenrain

Aussehen

Woran man sie erkennt.

Ein ausgewachsenes Kune Kune wiegt 80 bis 100 Kilo bei 50 bis 60 Zentimetern Schulterhöhe. Das ist deutlich kleiner als ein Mastschwein, aber kein Minipig. Der Körperbau ist gedrungen und kurzbeinig, das Fell dicht und je nach Tier glatt oder gelockt.

Der Rüssel ist kurz und nach oben gewölbt. Deshalb wühlen Kune Kune den Boden kaum auf und lassen die Wiese weitgehend intakt. Weil sie den Kopf auch nicht weit hoch recken, werden sie gelegentlich in Obstplantagen und Weinbergen eingesetzt.

Die Ohren sind entweder stehend oder hängend, in beiden Fällen von Haaren bedeckt. Viele Tiere haben Piri Piri, zwei Troddeln unter dem Kiefer. Sie haben keine Funktion. Nicht jedes reinrassige Tier hat sie, und ein Tier mit Piri Piri ist umgekehrt noch kein Kune Kune.

Farblich gibt es fast alles: Ingwer, Creme, Schwarz, Braun, gescheckt, gegürtet. Die Farbe sagt nichts über die Abstammung aus.

Tuschezeichnung eines gescheckten Kune Kune im Profil vor einem Holztor
Gedrungen, kurzbeinig, mit kurzem Rüssel und unter dem Kiefer die Piri Piri.

Herkunft

Von achtzehn Tieren zurück.

Kune Kune haben sich vermutlich auf den polynesischen Inseln entwickelt. In Neuseeland wurden sie von den Maori gehalten, die sie wegen ihres ruhigen Wesens und ihrer Ortstreue schätzten. In der Sprache der Maori heisst Kune Kune «dick und rund».

In den 1970er-Jahren war der weltweite Bestand auf achtzehn Tiere reduziert. 1992 kamen die ersten Tiere nach England, wo die europäische Erhaltungszucht ihren Anfang nahm. Seither nimmt der Bestand wieder zu.

Aus dieser Vorgeschichte erklärt sich, warum in der Kune-Kune-Zucht so viel über Herdbuch und Verwandtschaftsgrade gesprochen wird. Die genetische Basis der Rasse ist schmal.

Warum Kune Kune

Was für die Rasse spricht.

  • CharakterKune Kune kommen auf einen zu und lassen sich anfassen und kratzen. Dank ihrem freundlichen Gemüt sind die Tiere bei Familien mit Kindern beliebt und auch als Therapietiere einsetzbar. Aggression gegenüber Menschen ist bei dieser Rasse ungewöhnlich, auch bei Ebern.
  • FütterungBei sehr guter Weidequalität und entsprechender Auslaufgrösse suchen Kune Kune ihre Nahrung fast ausschliesslich selber. Als Weideschwein braucht ein Kune Kune darum kaum Zukauf von Futter.
  • Geringer WühltriebWegen des kurzen und oft nach oben gewölbten Rüssels wühlen sie kaum bis gar nicht den Boden auf, sondern lassen eine intakte Wiese zurück.
  • Geringe KörperhöheMit 80 bis 100 Kilo und 50 bis 60 Zentimetern Schulterhöhe bleiben sie klein, und wegen des gedrungenen Körperbaus recken sie den Kopf auch nicht weit nach oben. Das macht sie zu beliebten Mitarbeitern in Obstplantagen und Weinbergen.
  • AussehenEs gibt sie in vielen Farben und Mustern, und die charakteristischen Troddeln am Kiefer, die Piri Piri, sind ein Hingucker.
  • FleischNicht zuletzt macht das äusserst aromatische und saftige Fleisch die Kune Kune zu einem beliebten Nutztier bei Selbstversorgern.
  • ErhaltungszuchtDie Rasse ist selten und ihre genetische Basis schmal. Wer im Herdbuch züchtet, trägt zu ihrem Fortbestand bei.
Nahaufnahme des geöffneten Mauls von Eber Ruedi mit sichtbaren Hauern
Unser Eber Ruedi zeigt sein Gebiss. Die Hauer wachsen ein Leben lang und müssen teilweise gekürzt werden.

Was sie nicht sind

Kune Kune sind keine Minipigs und keine Haustiere für den Garten. Sie brauchen eine grosse Weide, Artgenossen und eine geeignete Infrastruktur mit Stall und Suhle.

Und auch wenn sie ein ausgesprochen friedliches Gemüt haben und im Verkaufsalter klein und niedlich sind: Bei ausgewachsenen Tieren ist in der Hektik rund um die Fütterung Vorsicht geboten. Es sind Tiere, die schwerer sind als wir selber, kräftig zubeissen können und, sobald es ums Futter geht, auch mal ungestüm werden. Auch die teilweise scharfen Hauer eines ausgewachsenen Ebers können selbst bei einem kleinen Schubser schon Böses anrichten.

Als konventionelle Fleischproduzenten im grossen Stil eignen sie sich ebenfalls nicht: Sie wachsen langsam, und das Fleisch hat einen höheren Fettgehalt als das Fleisch der Edelsau.